Andreas Dehmer „Das neue Albertinum“- Wolfgang Koethe „Montego Bay“

Karneval in der Karibik: bunt gekleidete Frauen im ausgelassenen Tanz. Trotz des Charakters einer fotografischen Momentaufnahme wirkt das Bild anonymisiert, die Gesichter gleichen Masken – die gewollte physiognomische Unschärfe macht aus der Tanzgruppe eine Zusammenkunft entrückter Personen. Befreiung des Individuums, kollektive Trance-und Schwebezustände- viele Denkanstöße sind möglich, auch die naheliegende Erinnerung an den eingängigen Song „Montego Bay“ von Bobby Bloom.

Ausgebildet in Düsseldorf bei Beuys und in Berlin bei Geccelli, erlangt der in Mittweida geborene und in München lebende Wolfgang Koethe seine künstlerische Reife in London. Dort sah er auch „Karnevalsumzüge (...) mit Calypso-Musik und bunten Kostümen auf dunkler Haut bei bleigrauem Himmel.“ Über Jahre hinweg studierte Koethe die Alten Meister, eignete sich deren maltechnische Errungenschaften an- von der akribischen Vorzeichnung über die aufwendige Grundierung der Leinwand bis zum dünnschichtigen Farbauftrag- und übertrug sie in seine eigene figurative und zugleich abstrahierende Sprache. Für die Bilder aus der Serie „Fremde Welten“ gab er seine auf Erdfarben fokussierte Zurückhaltung auf und entschied sich für kräftige Farbtöne. Die Figuren dienen weniger einer konkreten Schilderung als vielmehr dem künstlerischen Verlangen nach malerischer Durchdringung der Komposition.